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Loslassen fällt oft schwer – doch vielleicht liegt es daran, wie leicht uns das Festhalten fällt. Warum wir an Dingen, Menschen oder Gedanken klammern und wie ein bewusster Blick darauf neue Möglichkeiten eröffnen kann.

Loslassen. Ein Wort, das nach Leichtigkeit klingt. Doch oft fühlt es sich schwer an. Vielleicht, weil uns das Festhalten so vertraut ist – an Menschen, an Überzeugungen, an Erwartungen. Und weil beides, Loslassen und Festhalten, untrennbar zusammengehört.

Warum halten wir fest?

Festhalten gibt Sicherheit. Es vermittelt das Gefühl von Kontrolle in einer Welt, die sich ständig verändert. Wir halten an Beziehungen, Gedanken oder Gewohnheiten fest, weil sie uns Halt geben. Doch manchmal bleibt etwas nur noch aus Gewohnheit, aus Angst vor dem Unbekannten oder aus dem Wunsch heraus, nichts zu verlieren.
Loslassen bedeutet nicht, aufzugeben. Es bedeutet, Raum zu schaffen – für Klarheit, für Veränderung, für sich selbst.

Loslassen beginnt im Kleinen

Loslassen ist nicht nur ein innerer Prozess – wir erleben es auch ganz praktisch.

Der Kleiderschrank im Frühjahr: Wir räumen aus, sortieren durch. Manche Teile tragen wir seit Jahren nicht mehr, aber wir hängen daran. „Vielleicht brauche ich das noch …“ oder „Es war mal teuer …“. Doch wenn wir ehrlich sind: Der Pullover, den wir nie tragen, nimmt nur Platz weg. Sobald wir ihn loslassen, entsteht Raum – nicht nur im Schrank, sondern auch in uns.

Die volle To-do-Liste: Jeden Tag eine lange Liste, die nie ganz abgearbeitet wird. Doch was wäre, wenn nicht alles erledigt werden muss? Manches tun wir nur, weil wir glauben, es gehört dazu. Eine Aufgabe streichen – und plötzlich fühlt sich der Tag freier an.

Eine alte Vorstellung von uns selbst: „Ich bin jemand, der immer stark sein muss.“ „Ich bin nicht kreativ.“ Solche inneren Sätze halten uns oft zurück. Aber was, wenn wir diese Gedanken loslassen und uns neu erleben?

Loslassen beginnt oft mit kleinen Schritten. Es heißt nicht immer, alles hinter sich zu lassen. Manchmal reicht es, den Griff etwas zu lockern – eine neue Perspektive zuzulassen, einen Moment innezuhalten.

Beides hat seinen Platz

Es gibt Dinge, an denen es sich lohnt, festzuhalten: Werte, Verbindungen, Überzeugungen, die uns Kraft geben. Und es gibt Momente, in denen Loslassen der nächste Schritt ist.
Es geht nicht um ein Entweder-oder, sondern um das Gespür für den richtigen Moment.